Alltag

Blindenfußball – Wie auch Sehbehinderte Spaß am Kicken finden

Anders als das sogenannte Blindkick, was Stefan Raab des öfteren in seiner Sendung zur Belustigung seines Publikums zelebriert, ist Blindenfußball ein ernst genommener Behindertensport. Doch wie funktioniert das Spiel?

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Im Grunde genommen sind die Regeln ähnlich wie beim Hallenfußball. Um den sehbehinderten Spielern die Koordination jedoch zu erleichtern, befinden sich im Spielball spezielle Rasseln. Ist der Ball in Bewegung hören die Kicker sofort wo sie hin laufen müssen. Insgesamt läuft beim Blindenfußball so gut wie alles über das Gehör. Nähert sich ein Gegner dem ballführenden Spieler muss dieser mit dem spanischen Wort „Voy“ auf sich aufmerksam machen. Voy bedeutet so viel wie „Ich komme“.

Die Blindenfußball Bundesliga

Mit steigendem Medieninteresse an dem Sport wurde 2008 schließlich die Blindenfußball Bundesliga vom Deutschen Behindertensportverband und der Sepp Herberger Stiftung gegründet. Die erste Meisterschaft sicherte sich SSG Blista aus Marburg. Inzwischen hat jedoch der MTV Stuttgart die Tabellenspitze eingenommen und konnte diese sogar drei Saisons in Folge verteidigen.

Insgesamt gibt es bereits neun Teams, zu denen sich immer mehr hinzu gesellen. Unter anderen findet man in der Tabelle etablierte Zweitligamannschaften, wie den FC St. Pauli oder die Eintracht Braunschweig. Somit wird noch mehr Interesse an dem Sport bei neugierigen Fußballfans geweckt.

Die deutsche Blindenfußball Liga ist dabei, weltweit die einzige, in der es auch Frauen in den gemischten Mannschaften gibt. Was die Spieler an dem Sport schätzen ist, das jeder akzeptiert ist und für voll genommen wird. Sicherlich ist der sportliche Anspruch noch weit vom normalen Profifußball entfernt, doch es ist der richtige Weg Menschen mit Behinderung ein barrierefreies Leben zu ermöglichen.

Blindenfußball international

Mittlerweile zählt der Blindenfußball bereits zu den Paralympischen Disziplinen. 2004 wurde die Neuheit das erste Mal in Athen demonstriert. International wird der Blindenfußball von der UEFA unterstützt, die so versucht mehr Anhänger und Sponsoren für den Behindertensport zu finden.

Zudem findet in Europa alle zwei Jahre eine EM statt. Zu den Favoriten zählen jedes Jahr, die Spanier, Engländer und Franzosen. Durch die vergleichsweise geringe Resonanz in Deutschland ist die Nationalmannschaft als Newcomer noch nicht ganz oben mit dabei. Mit steigendem Interesse, bleibt aber noch auf zukünftige Erfolge zu hoffen.

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