Der gebürtige Pole Wojtek Czyz setzt seinen Erfolg bei den Paralympics fort und gewinnt auch in diesem Jahr wieder Gold im Weitsprung. Der Oberschenkelamputierte Czyz gewann bereits in Athen 2004 Gold in dieser Disziplin.
In diesem Jahr kommt aber noch der Weltrekord dazu. Gleich im ersten Versuch sprang der Deutsche 6,50 Meter und 80.000 Menschen im Pekinger „Vogelnest“ waren aus dem Häuschen. Seine drei Finalversuche waren anschließend zwar alle ungültig, aber was macht das, wenn man bereits im ersten Versuch allen davon gesprungen ist.
Auf Grund eines Mittelfußbruches musste Czyz in diesem Jahr länger pausieren und ging deshalb bei den 100 und 200 Metern nicht an den Start.
Die Basketballdamen holten Silber und mussten sich gestern erwartungsgemäß den US- Amerikanerinnen geschlagen geben, die mit 50:38 gewannen.
Die Kugelstoßer Birgit Pohl und Mathias Mester gewannen ebenfalls Silber. Der 54- jährigen Pohl, die an einer schlaffen Lähmung beider Beide und eine Teillähmung des linken Armes leidet gelang gestern ein bemerkenswertes Comeback. Nach einer Krebserkrankung konnte sie erst 2006 wieder ins Training einsteigen und konnte sich trotzdem gegen viele jüngeren Konkurrentinnen durchsetzen.
Erfreuliche Ergebnisse für Deutschland in den Paralympics!
Die Paralympics finden kurz nach den Olympischen Spielen statt und sind für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen angedacht. Dabei wird nicht allein die sportliche Leistung bewertet, sondern hier herrscht ein ausgeklügeltes Punktesystem vor, welches immer die jeweilige Behinderung mit einbezieht.
Und die Paralympics 2008 in Peking waren für die Deutschen besonders erfolgreich! weiterlesen »
Einen Monat vor Beginn der Olympiade für Behinderte in Peking sorgt eine Personalentscheidung des Deutschen Behindertensportverbandes für Aufsehen: Die Einsetzung eines neuen Nationaltrainers.
Der Verband hat offenbar eine Million Euro zusätzlich bekommen, von denen unter anderem neue Stellen im Verband umgesetzt werden sollen. Eine davon ist ein ehemaliger Basketballer, dessen Name noch nicht bekannt gegeben wurde, und der jetzt als Nationaltrainer eingesetzt werden soll.
Dagegen liefen eine Reihe Sportler Sturm. Die favorisieren Ralf Otto, einen bisher ehrenamtlich arbeitenden Sportwissenschaftler, der das Team bisher betreut hat. Anscheinend gibt es da verbandinterne Querelen, jedenfalls wurde Otto, obwohl er jahrelange Kontakte geknüpft hat und die Fakten über die einzelnen Sportler kennt, beim Posten des Bundestrainers einfach übergangen.
Verständlich, dass es da jetzt Ärger gibt. Hoffen wir, dass ein für alle Seiten zufriedenstellender Kompromiss gefunden wird, noch bevor die Spiele losgehen. Schließlich ist es nicht gerade förderlich für das Team, wenn es im Vorfeld zu solchen Streitigkeiten kommt.
Quelle: Berliner Zeitung
Einen Monat nach den regulären olympischen Sommerspielen werden vom 6. bis 17. September 2008 die Paralympic Games 2008 stattfinden – ebenfalls in Peking. Für den Fall, dass Euch die Sportarten noch unbekannt sein sollten – hier werden einige Favoriten von mir vorgestellt.
Rollstuhlbasketball
Ähnliche Regeln wie im regulären Basketball. Die Spieler dürfen mit den Füßen nicht den Boden berühren, wenn sie im Ballbesitz sind, außerdem dürfen sie nicht mehr als zwei Mal den Rollstuhl anschieben, ohne zu dribbeln. Es gibt zusätzlich zur 2- und 3-Punkte Zone noch eine 1-Punkt-Zone. Ansonsten sind die Spielviertel je 10 Minuten lang, mit einer 15-minütigen Pause dazwischen.
Rollstuhlfechten
Beim Rollstuhlfechten sind die beiden Rollstühle fest auf dem Boden verankert. Der Fechter mit den kürzeren Armen darf entscheiden, ob der Abstand seiner Armlänge oder der Armlänge seines Gegners entsprechen soll. Mit der einen Hand wird gefochten, die andere hält den Sportler am Rollstuhl fest. Die Sportler dürfen sich nicht erheben und müssen die ganze Zeit sitzen. Das Ziel ist, den Gegner mit der Waffe am Oberkörper zu berühren.
Fußball “5-a-side”
Diese besondere Variante von Fußball wird von 5 Spielern pro Team gespielt. Davon sind vier blind, der Torwart kann sehbehindert sein, also sieht eingeschränkt, was passiert. Die blinden Spieler tragen alle Augenbinden, um Fairness zu gewährleisten. Der Ball macht Geräusche, wenn er sich bewegt, so dass für die Spieler eine leichtere Orientierung möglich ist. Außerdem existiert kein Seitenaus, das Spielfeld ist von einer Mauer begrenzt, so dass der Ball immer wieder ins Spiel zurückspringt. Hinter dem gegnerischen Tor steht der Trainer des Teams, der den Spielern beim Abschluss zurufen darf und so als Orientierung dient. Eine sehr spannende Fußball-Variante, wie ich finde!
Rollstuhlrugby
Diese Sportart hatten wir ja schon mehrmals auf dem Blog zu Gast. Ein tolles Beispiel, wie ein physisch und taktisch höchst anspruchsvoller Sport zugleich spannend und aufregend sein kann! Dabei ist Rollstuhlrugby nichts für Weicheier: Früher hieß die Sportart “Murderball”, weil sie so hart war. Die genauen Regeln findet ihr hier.
Anschauen kann man sich die Paralympic Games 2008 live und umsonst bei paralympicssport.tv. Wer eine schnelle Internetverbindung sein eigen nennt, sollte da unbedingt im September streamen. Wer Internet-Fernsehen nicht mag, der schaut ganz standesgemäß ARD und ZDF – die Paralympics werden nämlich täglich übertragen.
Mögen die Spiele beginnen!
Am 27. Juli findet ein sportliches Zusammentreffen der besonderen Art statt: Die deutsche Nationalmannschaft der Damen im Rollstuhl-Basketball trifft auf einen starken Rivalen aus Kanada.
Das Team der Deutschen ist Europameister – die Kanadier sind Weltmeister. Es erwartet also alle Zuschauer ein spannendes Match, welches gleichzeitig als Vorbereitungsspiel für die Paralympischen Sommerspiele in Peking dienen wird. Nach den Special Olympics in Karlsruhe also mal wieder Wettkampffieber in Deutschland!
Ausgerichtet wird das Ganze vom RSC Berlin, Austragungsort ist die Peter-Ustinov-Schule in Berlin. Einlass ist ab 12.00 Uhr, Spielbeginn um 14.00 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Die Adresse der Peter Ustinov Schule ist Neue Kantstraße 23, 14057 Berlin.
Leider wird es noch eine Weile dauern, bis Rollstuhl-Basketball im Fernsehen übertragen wird. Bis dahin bietet sich aber allen Berlinern die Gelegenheit auf ein tolles Sportereignis!
Quelle: Kobinet
Viel wurde in letzter Zeit diskutiert, über die Olympiade in China. Doch ging es dabei weniger um den Sport an sich. Dass die Konflikte im Land aufblühen, pünktlich zu einer Veranstaltung, die eigentlich doch im Zeichen des Friedens stehen sollte, das ist tragisch. Von einem Zusammenrücken der Völker kann man in diesem Jahr nun wirklich nicht sprechen. Exil Tibeter aus der Schweiz versuchten sogar mit ihrem Team Tibet an den Spielen teilzunehmen, aber der IOC lehnte den Antrag ab.
Es gibt aber nicht nur Unerfreuliches über die Olympiade 2008 zu berichten. Wie wohl allseits bekannt reist von Deutschland aus sowohl eine olympische als auch eine paralympische Mannschaft ins Reich der Mitte. Schade. Denn wäre es nicht schön, es gäbe einfach eine Mannschaft? Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung wurde nun schon getan. Das neue Olympia Outfit wurde erstmals mit nicht behinderten und behinderten Sportlern gemeinsam präsentiert.
Doch was denken die direkt Beteiligten darüber? Kirsten Bruhn zum Beispiel. Sie schwimmt für die deutsche Paralympics Mannschaft; 2004 holte sie einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Außerdem wurde sie mehrfach ausgezeichnet, als Sportlerin des Jahres mit Handicap und als Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein. Ein Grund zum Feiern! Nur leider ist die Präsentation des neuen Olympia Outfits ist für sie kein Grund zum feiern. Obwohl sie mit den anderen Sportlern zusammen auf der Bühne stand, fühlt sie sich nicht wirklich zugehörig. Dem ZDF sagte sie “Nur weil wir Prothesen tragen oder im Rollstuhl sitzen, sind wir nicht zweite Wahl. Wir sind immer irgendwie extra, wir gehören nie zur Masse.” Aber es lohnt sich weiter zu kämpfen.
Der Traum vom selbstständigen Bewegen wird mit festem Boden unter den Füßen meist nicht
wahr. Doch im Wasser sieht die Sache schon etwas anders aus. 1949 fing der gelernte Ingenieur für Hydrodynamik an sich für den Mensch und das Wasser zu interessieren. Die Halliwick Methode entstand.
Das Konzept beruht auf der Auftriebskraft des Wassers. In diesem Element können sich auch schwerbehinderte Menschen entgegen der Schwerkraft bewegen. Das Schwimmen soll ohne Hilfsmittel, wie Schwimmreifen oder Schwimmflügel, erlernt werden. Somit muss jeder selbst sein Gleichgewichtsgefühl im Wasser ausloten. Schließlich ist das Leben von Hilfsmitteln, wie Rollstühlen, Treppenliften oder speziellen Haltegriffen schon genug geprägt. Hier können Bewegungen ausgeführt werden, die in manchen Fällen so noch nie so gemacht wurden. Eine wunderbare Erfahrung, die auch das Selbstbewusstsein für den Alltag unheimlich stärkt.
Das Halliwick Konzept eigenet sich für Menschen in allen Altersklassen und wird besonders in skandinavischen und angelsächsischen Ländern, so wie der Schweiz angewandt. Doch auch in Deutschland gibt es die Möglickeit ins blaue Nass einzutauchen. Das Schöne an dieser Therapieform ist der Spaßfaktor, denn hat man erst einmal seine Ängste überwunden und fühlt sich sicherer in dem neuen Element, dann ist es eine unvergleichliche Möglichkeit die alltäglichen Sorgen für eine Weile zu vergessen.
Rollstuhltanzen? Noch nie davon gehört? Dann wird es Zeit. Eine gute Gelegenheit sich die Sache einmal von Nahem zu betrachten ist der dritte Mai. An diesem Samstag finden im Bürgerhaus Oststadt in Essen die Breitensport Wettkämpfe statt.
Rollstuhlgetanzt werden kann sowohl mit einem nicht-behinderten Partner als auch mit einem zweiten Rollstuhlfahrer. Was im ersten Fall Combi-Tanz genannt wird, ansonsten Duo-Tanz. Auch Formationstänze, die ebenfalls eine gemischte Gruppe oder nur Rollstuhlfahrer sein können, sind möglich.
Und seit Gertrude Krombholz 1974 den Rollstuhltanz einführte ist er immer beliebter geworden. Das zeigt zum Beispiel die Teilnahme eines Rollstuhltanzpaares am 52. Wiener Opernball. Die Veranstaltung mag nicht jedem zusagen, doch finde ich es lobenswert, dass sich das Team die Mühe gemacht hat und für Rainer Kober und Birgit Habben-Kober einen Zugang zu Ballsaal ermöglicht hat. Dieser ist nämlich normalerweise für Rollstuhlfahrer nicht zu erreichen. Auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Einen Bericht über den Abend der beiden in Wien könnt ihr auf der Seite von Rollstuhltanz lesen.
Für den professionellen Tanz auf zwei Rädern werden sowohl auf nationaler Ebene als auch auf internationaler Ebene Wettkämpfe ausgetragen. Wie der Deutschlandpokal in Rheinsberg oder der World Cup im Rollstuhltanzen. Doch wer erst einmal klein anfangen möchte richtet sich am Besten an einen der Tanzsportvereine und nimmt ein paar Schnupperstunden. Wer Musik liebt, liebt bestimmt auch das Tanzen!
Die Hippotherapie - manchmal liest man auch von Reittherapie oder ähnlichem, doch gemeint ist immer eine Therapie mit Pferden. Besonders Menschen mit halbseitigen Lähmungen oder Muskelverkrampfungen hilft diese Methode.
Diese Therapiepferde sind nicht x-beliebige Pferde vom Tiermarkt, sondern speziell ausgewählte Pferde mit einem ruhigen Gemüt, so dass den Menschen durch die ausstrahlende Ruhe der Pferde im Vorfeld schon die Angst genommen wird.
Menschen mit einer halbseitigen Lähmung lernen durch diese Therapieform beispielsweise ein Gefühl für ihre Körpermitte zu entwickeln. Auf dem Pferd zu sitzen erfodert ein aktives Ausgleichen der Bewegungen des Tieres, somit werden bisher zu wenig belastete Muskeln gefordert und andere Muskelpartien können sich entspannen. Doch davon abgesehen schafft selbstständiges Reiten ein großes Selbstvertrauen. Es können Freundschaften mit dem Pferd aufgebaut werden und einfach unvergessliche Erfahrungen mit diesen großen Tieren gemacht werden. Allerdings ist die Hippotherapie kein Allheilmittel es gibt einige Erkrankungen und Behinderungen die sich durch Reitstunde eher verschlimmern würden.
Menschen mit einer Entzündung der Wirbelsäule oder einem aktiven Schub von Multipler Sklerose sollten lieber nicht auf ein Pferd steigen. Wenn Thrombosen oder Embolien zu befürchten sind ist von diese Therapie ebenfalls abzuraten. Auch Patienten mit Bluterkrankeit oder eben einer Pferdehaar-Allergie sollten sich besser über andere Optionen informieren.
Doch leider wurde vor sechs Jahren die Hippotherapie aus den Katalogen der Krankenkassen gestrichen. Die Gründe liegen auf der Hand, die Hippotherapie ist sehr teuer. Und der therapeutische Nutzen stünde nicht im Verhältnis. Aber meiner Meinung nach liegt der Nutzen der Hippotherapie eben nicht im messbaren Bereich. Natürlich hilft er Muskelverkrampfungen zu lindern, eine bessere Balance zu erhalten und so weiter, dass man das auch auf anderem Wege erreichen kann, dem stimme ich voll und ganz zu. Doch was ist mit der seelischen Verfassung der Betroffenen? Ein Gerät aus Eisenstangen und Schaumstoffpolstern freundet sich nicht mit mir an. Es hat auch keinen eigenen Willen mit dem ich mich auseinander setzen muss. Ich kann mich damit nicht unter freiem Himmel bewegen. Ich finde es unverantwortlich von den Kassen diese Leistung einfach so zu streichen.
Wer sich für diese Therapieform interessiert kann sich zum Beispiel an das “Deutsche Kuratorium für therapeuthisches Reiten” wenden. Hier kann man nähere Informationen zum therapeutischen Reiten und zu angebotenen Reitbeteiligungen erhalten
Er ist mittlerweile wirklich berühmt geworden, hat seine eigene Webseite, man kann ihn für Vorträge buchen und er hat eine einzigartige Initiative ins Leben gerufen. Doch warum geht es dabei eigentlich? Jesse hatte schon als er klein war angefangen zu surfen, was sich in Kalifornien ja auch anbietet. Er wurde schnell erfolgreich und surfte bei Wettbewerben in Hawaii, Tahiti, Indonesien, Mexiko und Costa Rica. Man schlug vor, dass er anfangen sollte professionell zu surfen, sein großer Traum.
Doch am 25. März 1996, er war gerade einmal 17 Jahre alt, wurde er von einer Welle kopfüber auf eine Sandbank geschleudert. Er konnte seinen Körper nicht mehr bewegen und trieb hilflos mit dem Gesicht im Wasser. Jesse hatte riesiges Glück von einer Welle wieder auf den Rücken gespült zu werden, so konnte er seine Freunde zu Hilfe rufen. Doch ab diesem Tag war er querschnittsgelähmt. Der Traum vom Pro-Tour-Surfer war vorbei.
Heute, 12 Jahre später, ist Jesse voll im Leben. Er ist wieder im Wasser, surft, und hat die “Life Rolls On”-Foundation gegründet. Diese Initiative besteht sowohl aus körperlich-behinderten und unbehinderten Menschen, die sich gegenseitig motivieren, Events planen und sich gegenseitig helfen. Der nächste Surf-Event zum Beispiel findet im März statt, leider in La Jolla Shores in San Diego, anmelden kann man sich kostenfrei auf der Hompage von Life-Rolls-On. Doch auch wenn es ein bisschen sehr weit ist für einen Tag nach Kalifornien zu fliegen, so finde ich kann man trotzdem eine Menge Inspiration aus der Initiative ziehen. Unter dem Beitrag könnt ihr ein Video mit kurzen Interviews der Teilnehmer vom letzten Jahr sehen und wie sie sich im Wasser bewegen konnten. Alle waren rundum begeistert und erzählten, man würde völlig vergessen in einem Rollstuhl zu sitzen wenn man erst mal auf dem Surfbrett im Ozean liegt und sich von einer Welle tragen lässt.