Alltag

Lernbehinderung bei Kindern: Definition und Symptome

Lernbehinderungen bei Kindern haben unterschiedliche Ursachen. Ihre Symptome zeigen sich auf ganz vielfältige Weise und bleiben oft lange unerkannt.

Lernbehinderungen werden oft erst in der Schulzeit erkannt, wenn das Kind im Gegensatz zu seinen Mitschülern im Lernstoff zurück bleibt. Die Lernbehinderung kann sich auch nur in Teilbereichen äußern. Dazu gehören die Lese-Rechtschreibschwäche, die Legasthenie oder eine Rechenschwäche.

Lernbehinderungen können neurologische Ursachen haben

Meist liegen einer Lernbehinderung genetische Ursachen oder Hirnschädigungen, wie Gehirnhautentzündungen und Sauerstoffmangel während der Geburt, zu Grunde.

Hinzu kommen soziale Beeinträchtigungen durch Vernachlässigung oder Anregungsarmut im eigenen Umfeld sowie psychische Ursachen. Häufig ist die Ursache nicht mehr rückwirkend auszumachen, zumal oft mehrere Faktoren, die sich verstärken, eine Rolle spielen.

Für die Lernbehinderung ist charakteristisch, dass sie eine andauernde Beeinträchtigung des Lernprozesses bedeutet. Zeitlich begrenzte Störungen, wie Hörprobleme oder Sehschwächen, gehören nicht zur Lernbehinderung. Bei diesen Kindern ist nicht das Lernvermögen, sondern die Aufnahme beeinträchtigt. Diese kann, sobald sie erkannt wurde, meist schnell behoben werden.

Früherkennung der Lernbehinderung

Die Erkennung einer Lernbehinderung erfolgt meist erst in der Schule, nachdem das Kind schon durch seine Beeinträchtigung psychischem Druck ausgesetzt wurde. Das kann die Behinderung zusätzlich verstärken.

Deshalb ist eine Früherkennung, wenn möglich noch vor Schuleintritt, sehr wichtig. Das Lernen beginnt nicht erst in der Schule. Schon vorher müssen Eltern beobachten, wie sich ihre Kinder im Gegensatz zu Gleichaltrigen entwickeln und ob ihre Lernprozesse verzögert ablaufen. Bei fehlerhaftem Sprechen kann Dysgrammatismus, eine Sprachstörung, die Ursache sein. Diese kann beim Sprechen, also schon sehr früh erkannt werden. Je früher lernbehinderte Kinder gefördert werden, desto besser können sie später den Schulalltag meistern.

Sind Förderschulen sinnvoll?

Der Großteil der lernbehinderten Kinder besucht Förderschulen. Dort lernen Kinder mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen gemeinsam. Kritiker bemängeln, dass auf Förderschulen eine Anregungsarmut herrsche, da lernbehinderte Kinder unter sich blieben. So werde die Behinderung zusätzlich verstärkt. Sie fordern eine Integration der Kinder in „normale“ Schulen. Aufgrund der mangelnden Fördermöglichkeiten lässt sich dies jedoch nur schwer gestalten.

Voriger Beitrag

Logopädie: Ausbildung und Studium

Nächster Beitrag

Spina Bifida: Leben mit einem offenen Rücken