Barrierefrei

Behinderungen im Alltag
 


Sledge-Eishockey ist eine faszinierende Sportart bei den Paralympics, die bereits fünfmal olympisch ausgetragen wurde. Mit Kufenschlitten flitzen die Spieler über das Eis und begeistern mit Einsatz, Beweglichkeit und imposanter Spieltechnik.

Die Paralympics als Olympische Spiele für Sportler mit Behinderung gibt es bereits seit 1960 und sie sind seit 1992 direkt mit den hauptsächlichen Spielen am selben Ort verbunden. Eine Disziplin von insgesamt fünf bei den Winter-Olympics ist seit 1994 das Sledge-Eishockey. weiterlesen »


Wir alle wollen ernsthaft über die Barrierefreiheit diskutieren. Wir wollen sie fördern und in unserer Gesellschaft konstruktiv etablieren. Was dabei oft zu kurz kommt: Der ganze Spaß an einem ansonsten sehr ernstem Thema.

auch behinderte Menschen möchten sportlich aktiv sein und Spaß dabei haben © Pixelio/manwalk

Was denken Sie zuerst, wenn Sie an das Wort Barrierefreiheit denken? Da fällt einem natürlich sofort eine Menge ein: Fahrstühle anstatt Treppen. Abgesenkte Bordsteinkanten. Praktisch eingerichtete Wohnungen. Tolerantes Denken. Rollschranken im Bus. Und natürlich die Integration in die Berufswelt, die geförderte Selbstständigkeit…

…das ist ja alles soweit richtig, aber dabei wird die ganze Thematik derart bierernst angefasst, dass der Spaß völlig zu kurz kommt. Aber ein behinderter Mensch muss nach der Arbeit genauso abschalten. Der will auch einfach nur mal ein Bier zischen gehen und nicht permanent gesellschaftliche Probleme wälzen. Und zudem haben auch diese Menschen Fähigkeiten, Hobbys, Talente, Neigungen… alles Dinge, die sie oft nicht ausleben aufgrund mangelnder Möglichkeiten!

Zumindest in der sportlichen Richtung wurde schon viel ,,bewegt”: Da gibt es Rollstuhl-Basketball, Rollstuhltanz und sogar Rollstuhl-Zirkusvereine. Aber – was ist mit den geistig behinderten Menschen? Blinden? Auch blinde Patienten würden gerne mal ausgelassen toben, Ball spielen und herum tollen. Ist doch ganz logisch. Der menschliche Körper ist auf Bewegung programmiert und auch die Seele schreit ab und zu mal nach Spiel. Hier herrscht noch ein gesellschaftliches Defizit vor, das aber mindestens genauso wichtig – wenn nicht sogar wichtiger! – ist, wie einen Beruf zu erlernen oder eine Wohnung, die einem das alleinige Wohnen ermöglicht.


Der gebürtige Pole Wojtek Czyz setzt seinen Erfolg bei den Paralympics fort und gewinnt auch in diesem Jahr wieder Gold im Weitsprung. Der Oberschenkelamputierte Czyz gewann bereits in Athen 2004 Gold in dieser Disziplin.

In diesem Jahr kommt aber noch der Weltrekord dazu. Gleich im ersten Versuch sprang der Deutsche 6,50 Meter und 80.000 Menschen im Pekinger „Vogelnest“ waren aus dem Häuschen. Seine drei Finalversuche waren anschließend zwar alle ungültig, aber was macht das, wenn man bereits im ersten Versuch allen davon gesprungen ist.

Auf Grund eines Mittelfußbruches musste Czyz in diesem Jahr länger pausieren und ging deshalb bei den 100 und 200 Metern nicht an den Start.

Paralympics 2008©flickr poeloq

Die Basketballdamen holten Silber und mussten sich gestern erwartungsgemäß den US- Amerikanerinnen geschlagen geben, die mit 50:38 gewannen.

Die Kugelstoßer Birgit Pohl und Mathias Mester gewannen ebenfalls Silber. Der 54- jährigen Pohl, die an einer schlaffen Lähmung beider Beide und eine Teillähmung des linken Armes leidet gelang gestern ein bemerkenswertes Comeback. Nach einer Krebserkrankung konnte sie erst 2006 wieder ins Training einsteigen und konnte sich trotzdem gegen viele jüngeren Konkurrentinnen durchsetzen.


Erfreuliche Ergebnisse für Deutschland in den Paralympics!

Dressurreiten © Pixelio/tutto62

Die Paralympics finden kurz nach den Olympischen Spielen statt und sind für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen angedacht. Dabei wird nicht allein die sportliche Leistung bewertet, sondern hier herrscht ein ausgeklügeltes Punktesystem vor, welches immer die jeweilige Behinderung mit einbezieht.
Und die Paralympics 2008 in Peking waren für die Deutschen besonders erfolgreich! weiterlesen »


Deutschland Flagge

Einen Monat vor Beginn der Olympiade für Behinderte in Peking sorgt eine Personalentscheidung des Deutschen Behindertensportverbandes für Aufsehen: Die Einsetzung eines neuen Nationaltrainers.

Der Verband hat offenbar eine Million Euro zusätzlich bekommen, von denen unter anderem neue Stellen im Verband umgesetzt werden sollen. Eine davon ist ein ehemaliger Basketballer, dessen Name noch nicht bekannt gegeben wurde, und der jetzt als Nationaltrainer eingesetzt werden soll.

Dagegen liefen eine Reihe Sportler Sturm. Die favorisieren Ralf Otto, einen bisher ehrenamtlich arbeitenden Sportwissenschaftler, der das Team bisher betreut hat. Anscheinend gibt es da verbandinterne Querelen, jedenfalls wurde Otto, obwohl er jahrelange Kontakte geknüpft hat und die Fakten über die einzelnen Sportler kennt, beim Posten des Bundestrainers einfach übergangen.

Verständlich, dass es da jetzt Ärger gibt. Hoffen wir, dass ein für alle Seiten zufriedenstellender Kompromiss gefunden wird, noch bevor die Spiele losgehen. Schließlich ist es nicht gerade förderlich für das Team, wenn es im Vorfeld zu solchen Streitigkeiten kommt.

Quelle: Berliner Zeitung


Paralympic Games Peking 2008 Logo © wikipedia

Einen Monat nach den regulären olympischen Sommerspielen werden vom 6. bis 17. September 2008 die Paralympic Games 2008 stattfinden – ebenfalls in Peking. Für den Fall, dass Euch die Sportarten noch unbekannt sein sollten – hier werden einige Favoriten von mir vorgestellt.

Rollstuhlbasketball
Ähnliche Regeln wie im regulären Basketball. Die Spieler dürfen mit den Füßen nicht den Boden berühren, wenn sie im Ballbesitz sind, außerdem dürfen sie nicht mehr als zwei Mal den Rollstuhl anschieben, ohne zu dribbeln. Es gibt zusätzlich zur 2- und 3-Punkte Zone noch eine 1-Punkt-Zone. Ansonsten sind die Spielviertel je 10 Minuten lang, mit einer 15-minütigen Pause dazwischen.

Rollstuhlfechten
Beim Rollstuhlfechten sind die beiden Rollstühle fest auf dem Boden verankert. Der Fechter mit den kürzeren Armen darf entscheiden, ob der Abstand seiner Armlänge oder der Armlänge seines Gegners entsprechen soll. Mit der einen Hand wird gefochten, die andere hält den Sportler am Rollstuhl fest. Die Sportler dürfen sich nicht erheben und müssen die ganze Zeit sitzen. Das Ziel ist, den Gegner mit der Waffe am Oberkörper zu berühren.

Fußball “5-a-side”
Diese besondere Variante von Fußball wird von 5 Spielern pro Team gespielt. Davon sind vier blind, der Torwart kann sehbehindert sein, also sieht eingeschränkt, was passiert. Die blinden Spieler tragen alle Augenbinden, um Fairness zu gewährleisten. Der Ball macht Geräusche, wenn er sich bewegt, so dass für die Spieler eine leichtere Orientierung möglich ist. Außerdem existiert kein Seitenaus, das Spielfeld ist von einer Mauer begrenzt, so dass der Ball immer wieder ins Spiel zurückspringt. Hinter dem gegnerischen Tor steht der Trainer des Teams, der den Spielern beim Abschluss zurufen darf und so als Orientierung dient. Eine sehr spannende Fußball-Variante, wie ich finde!

Rollstuhlrugby
Diese Sportart hatten wir ja schon mehrmals auf dem Blog zu Gast. Ein tolles Beispiel, wie ein physisch und taktisch höchst anspruchsvoller Sport zugleich spannend und aufregend sein kann! Dabei ist Rollstuhlrugby nichts für Weicheier: Früher hieß die Sportart “Murderball”, weil sie so hart war. Die genauen Regeln findet ihr hier.

Anschauen kann man sich die Paralympic Games 2008 live und umsonst bei paralympicssport.tv. Wer eine schnelle Internetverbindung sein eigen nennt, sollte da unbedingt im September streamen. Wer Internet-Fernsehen nicht mag, der schaut ganz standesgemäß ARD und ZDF – die Paralympics werden nämlich täglich übertragen.

Mögen die Spiele beginnen!


Olympia rückt zusammen?

Autor: Pia
abgelegt in: Behindertensport

Olympische Ringe © Flickr / kevindooleyViel wurde in letzter Zeit diskutiert, über die Olympiade in China. Doch ging es dabei weniger um den Sport an sich. Dass die Konflikte im Land aufblühen, pünktlich zu einer Veranstaltung, die eigentlich doch im Zeichen des Friedens stehen sollte, das ist tragisch. Von einem Zusammenrücken der Völker kann man in diesem Jahr nun wirklich nicht sprechen. Exil Tibeter aus der Schweiz versuchten sogar mit ihrem Team Tibet an den Spielen teilzunehmen, aber der IOC lehnte den Antrag ab.

Es gibt aber nicht nur Unerfreuliches über die Olympiade 2008 zu berichten. Wie wohl allseits bekannt reist von Deutschland aus sowohl eine olympische als auch eine paralympische Mannschaft ins Reich der Mitte. Schade. Denn wäre es nicht schön, es gäbe einfach eine Mannschaft? Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung wurde nun schon getan. Das neue Olympia Outfit wurde erstmals mit nicht behinderten und behinderten Sportlern gemeinsam präsentiert.

Doch was denken die direkt Beteiligten darüber? Kirsten Bruhn zum Beispiel. Sie schwimmt für die deutsche Paralympics Mannschaft; 2004 holte sie einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Außerdem wurde sie mehrfach ausgezeichnet, als Sportlerin des Jahres mit Handicap und als Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein. Ein Grund zum Feiern! Nur leider ist die Präsentation des neuen Olympia Outfits ist für sie kein Grund zum feiern. Obwohl sie mit den anderen Sportlern zusammen auf der Bühne stand, fühlt sie sich nicht wirklich zugehörig. Dem ZDF sagte sie “Nur weil wir Prothesen tragen oder im Rollstuhl sitzen, sind wir nicht zweite Wahl. Wir sind immer irgendwie extra, wir gehören nie zur Masse.” Aber es lohnt sich weiter zu kämpfen.

Olympia Beijing © Flickr / http2007