Michael Hoffmann ist selbst nicht blind, doch er hat sich kürzlich mit sehbehinderten Hobby-Köchen zusammengeschlossen, um ein Kochbuch in Blindenschrift zu entwickeln.
Dabei ist das Blindenkochbuch von Michael Hoffmann, der in Berlin seine Gäste im Restaurant „Margaux“ bewirtet, nicht einfach nur darauf bedacht, dass es auch von nicht sehenden Gourmets entschlüsselt werden kann, sondern auch die Rezepte selbst sind auf die besonderen Bedürfnisse sehbehinderter Menschen zugeschnitten. „Trust in Taste“ heißt das Werk, das bereits jetzt im Handel erhältlich ist.
weiterlesen »
Computersoftware für Sehbehinderte gibt es schon lange. Die meisten Leute verstehen nicht, wie man am Computer arbeiten soll, ohne etwas zu sehen. Schließlich braucht man doch vor allem seine Augen am Rechner? Den Ton kann man ja abschalten, aber doch nicht das Bild? Für blinde oder sehbehinderte Nutzer ist es genau andersherum.
Hilfsprogramme, sogenannte Screen Reader, lesen den Text auf dem Bildschirm laut vor. Das funktioniert bei Word-Dokumenten einfacher als bei einer Website. Es existieren im Netz viele Projekte, die neue Screen Reader entwickeln. Bei der Einrichtung ist oft Hilfe nötig. Den ersten Schritt zur Verständigung zwischen Rechner und Mensch muss jemand machen, dessen Augen funktionieren. Dann aber kann der Anwender eigentlich alles tun, was mit angeschaltetem Bildschirm auch möglich ist.
Surfen im Internet. In Foren schreiben. Programmieren. Chatten. Eine tolle Sache! Damit das aber so funktioniert, ist beim Betreiber einer Website Fingerspitzengefühl vonnöten. Bilder sollten immer mit einem Alternativtext versehen werden, der beschreibt, was dort zu sehen ist. Das Programm kann sonst nicht richtig funktionieren.
Auch sollte zum schicken JavaScript immer noch eine Alternative mit reinem Text existieren. Wer heutzutage eine Website baut, der sollte sie auf jeden Fall behindertengerecht gestalten. Nicht nur aus Menschenliebe. Sondern auch, weil ihm sonst ein großer Kundenstamm abhanden kommt, wenn er etwas verkaufen will.
Ich selbst habe keine Sehbehinderung, aber ich habe mich beim Verfassen des Beitrages gefragt, wie er wohl am Besten zu schreiben wäre. Wenn jemand den Beitrag von einem Hilfsprogramm vorgelesen bekommt, ist eine klare Struktur sicher hilfreich. Also nicht so viele Kommas. Wenig Fremdwörter. Man sollte den Sinn nicht über fünf Sätze hinweg verschleppen. Ich weiß nicht genau, ob mir das gelungen ist. Wahrscheinlich unterschätze ich die Programme und ihre Benutzer auch unterbewusst. Schließlich sind viele Leute mit einer Sehbehinderung in Sachen Computer viel bewanderter als ich.
Ich wünsche jedenfalls den Programmierern da draußen viel Glück bei der Verbesserung der Software, damit auch in Zukunft behindertengerechtes Surfen möglich ist!
Der Hund als bester Freund des Menschen. Dieses Sprichwort ist tatsächlich wahr, denn sogenannte Assistenzhunde leisten wirklich unglaubliches. Vor über 100 Jahren wurde die Idee im Verein für Sanitätshunde geboren.
Ein Führgespann besteht aus Mensch und Hund, wobei der Mensch der Navigator und der Hund der Pilot ist. Im Prinzip gibt es keine Beschränkung, welche Hunde zum professionellen Helfer ausgebildet werden, besonders beliebt sind jedoch Königspudel, Riesenschnauzer, Deutsche Schäferhunde, Labrador Retriever und Golden Retriever. Rassen mit hohem Aggressionspotential oder zu geringer Körpergröße sind natürlich ungeeignet. Nachdem die Welpen mit einem speziellen Welpentest ausgewählt wurden, leben sie für ein Jahr in ausgewählten Patenfamilien. In diesen Familien wird der Junghund sozialisiert.
Danach wird mit der Ausbildung begonnen. Eine solche Ausbildung ist recht lang und zeitaufwendig, denn schließlich muss das Tier viele Aufgaben teilweise auch ganz selbstständig übernehmen. Der Hund muss sogar lernen, Befehle seines “Navigators” zu missachten, denn sieht oder hört er beispielsweise ein Auto auf der Straße kommen, so muss er trotz Befehl stehen bleiben, um sein Herrchen oder Frauchen zu schützen.
Der Blindenführhund im Dienst ist ganz leicht an dem weißen Geschirr zu erkennen an dem sein Besitzer ihn hält. Diese Hunde sind an vielen Orten zugelassen, an denen normale Hunde nicht gestattet sind. So können Blinde und stark Sehbehinderte ihre treuen Begleiter mit in Lebensmittelgeschäfte oder in die Personenkabine des Flugzeugs nehmen. Dies ist veterinärrechtlich erlaubt, darauf können die Ladenbesitzer ruhig hingewiesen werden.
Was die Kostenübernahme der Krankenkassen betrifft, so zählt der Hund als “allgemeines Hilfsmittel“, falls er nicht im Katalog der Kasse aufgeführt ist. Wie ihr am besten einen sogenannten Antrag auf Versorgung mit einem Blindenführhund stellt könnt ihr genauer beim Deutschen Verein für Blindenführhunde und Mobilitätshilfen e. V. (DVBM) auf dieser Seite nachlesen.