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Blindwalk in Köln – Ein Erlebnis für die Sinne

Der Blindwalk in Köln nimmt dem Namen Sightseeing die Bedeutung, denn bei dieser Stadtführung sollen das Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken im Vordergrund stehen. Mit blickdichten Schlafmasken wird die Stadt Köln auf ganz neue Art und Weise erkundet. Sie soll Touristen, die Lust auf eine etwas andere Führung haben, wie auch Kölner, die ihre Stadt einmal mit anderen „Augen“ sehen wollen, ansprechen.

Der Blindwalk, der offiziell ab dem 21. Oktober beginnt, bietet Touristen und waschechten Kölner ein einzigartiges Erlebnis, nämlich die Stadt Köln bzw. gewisse Orte Kölns einmal blind wahrzunehmen. Da die Augen durch eine 100 % blickdichte Maske verdeckt sind, verschärfen sich die anderen Sinne. So kann man altbekannte oder neue Orte in einmal völlig anders erleben.

Blindwalk in Köln – blindes Vertrauen in den Vordermann

Am Anfang bekommt man seine Maske, einen Rucksack, der mit einer Regenjacke, Regenhut und Proviant gefüllt ist. Zwischendurch gibt es eine Pause, in der man entweder picknicken oder eine Weinprobe machen kann (natürlich auch im Dunkeln). Am Museum Ludwig beginnt dann der Blindwalk.

In einer beschaulichen Sechsergruppe macht man sich auf den Weg zur Stadterkundung. Woher weiß man wohin man muss, fragen sich vielleicht jetzt Einige? Die Teilnehmer sind über Ohrstöpsel und Mikrofon mit ihrem sehenden Guide verbunden, der einem natürlich sagt welche Sehenswürdigkeiten man gerade passiert, bzw. Hindernisse, Rechts- und Linkskurven vorher ankündigt. Festgehalten wird sich am Rucksack des Vordermanns. Dr. Axel Rudolph, der Erfinder dieser Führung, sagt, dass die Teilnehmer nach ca. 15 Minuten ihre Unsicherheit oder Angst ablegen und die vier restlichen Sinne zu schärfen beginnen.

Die Route fordert alle Sinne

Beginnend am Museum Ludwig, macht man sich auf den Weg zum Hauptbahnhof: Wie klingt der Hauptbahnhof mit seinen einfahrenden Zügen, regen Treiben und den Düften von Bäckern bis zu Blumenladen? Weiter geht es dann zum Dom. Wie fühlt sich der Dom an? Der Bodenbelag ändert sich immer wieder: Vom Pflastersteinen, zum Asphalt, die Füße werden wissen wie es sich anfühlt. Die Führung führt weiterhin am Heinzelmännchenbrunnen, am Römisch Germanischen Museum und am Bügelmannhaus vorbei. Ein Highlight dürfte hier auch die Hohenzollernbrücke sein, die vibriert, wenn Züge darüberfahren. Erst am Rhein, dessen das Rauschen vielleicht auch ein wenig wie das Rauschen des Meeres klingt, darf man seine Maske wieder abnehmen.

Blindwalk – Sightseeing war gestern

Der Blindwalk, an dem man auf Deutsch und auf Englisch teilnehmen kann, kostet 35 Euro. Darin ist jedoch auch das Picknick mit Verpflegung und Regenkleidung enthalten. Die Tour dauert ca. zweieinhalb Stunden, wobei man am Ende die Route auf Papier gezeichnet bekommt, sodass man danach die Wege noch einmal sehend ablaufen kann.

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